Die Staatsbahn
Swakopmund - Windhuk
Swakopmund Landungsbrücke / Pier

1905 konnte die 700 Meter südlich der Mole errichtete hölzerne Landungsbrücke die Aufgaben der Mole übernehmen. Die Gefahr der Versandung
war hier nicht gegeben. Jedoch starke Brandung und der Bohrwurm hinterließen alsbald ihr zerstörerisches Werk und führten zur Notwendigkeit,
die hölzerne wiederum durch eine eiserne Konstruktion abzulösen. 1911 begann man mit dem Bau, aufgrund des Ausgangs des Ersten Weltkrieges
wurde er aber nie vollendet. Das Territorium Deutsch Südwest Afrikas wurde der Südafrikanischen Union, welches zur britischen Flagge gehörte,
unterstellt. In der 30 Kilometer südlich gelegenen und zur Kapprovinz gehörenden britischen Enklave Walvis Bay befindet sich ein natürlicher
Tiefseehafen, der viel effektiver allen Schiffsverkehr abwickelt. Somit wurde Swakopmunds Hafen nicht mehr benötigt. Von der mit einer
Gesamtlänge von 640 Metern geplanten Stahlpier, an der die Dampfer direkt hätten anlegen können, waren 262 Meter fertiggestellt.

Vom Damaraturm kann man noch immer diesen Ausblick auf das unvollendete, 262 Meter lange eiserne Relikt Landungsbrücke,
auch Jetty genannt, genießen. Es präsentierte sich am 03.April 1998 noch im unrestaurierten Zustand und ohne Restauration am Brückenkopf.

Ab 1905 hatte man vom selben Standort diese Aussicht auf die hölzerne, die erste Pier von Swakopmund, die sich direkt rechts der Stahlpier befand.
Das große, am Fuß der Landungsbrücke, quer im Bild stehende Barackengebäude ist der Alte Zollschuppen. Das Gleis von links unten im Bild ist eines
der Stadtbahn, das von der Brückenstraße zum Hafen- und Zollgelände führte. Die auf Reede liegenden Übersee-Dampfer übergaben ihre Fracht
an kleinere Landungsboote, die wiederum an der Pier ihre Ladung löschten.
Postkarte: Sammlung M.Wollmann.

(Hölzerne) Pier und Alter Zoll in Swakopmund.
Postkarte: Sammlung M.Wollmann.

Die nie fertiggestellte und in Betrieb genommene stählerne Landungsbrücke, hier am 11.Dezember 2013, wurde nach jahrelangem Verfall mittlerweile
komplett saniert und erhielt schlussendlich ihre gesicherte Nutzung als Zeitzeuge. Auf dem hinteren Teil eröffnete zudem das Restaurant "Jetty 1905",
benannt nach dem Jahr der Inbetriebnahme der ersten Landungsbrücke. Die Stützen des vorderen Teils der Brücke wurde schon früher betonummantelt.
Wenige Meter rechts der Stahlpier stand einst die hözerne Landungsbrücke.

Aus einem Landungsponton, welche mit Dampfseilwinden ans Land gezogen wurden, werden Güter am Strand für Südwest entladen. Hinten die damals
neue Holzpier auf einer Postkarte, die warscheinlich nach der Übernahme durch die Südafrikanische Union nach Kapstadt verschickt wurde.
Postkarte: Sammlung M.Wollmann.

Die Landungsbrücke mit voller Ladungsaktivität und zwei Illingen auf der Pier. Der Ponton entlädt seine Fracht Vieh. Ein Dampfer im Hintergrund.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Stolz präsentierte man sich und seine neue Landungsbrücke dem Photographen.
Postkarten: Sammlung M.Wollmann.

Das Zentralblatt der Bauverwaltung berichtet in seiner Ausgabe Nr.88 vom 1.November 1905 über "Die neue Landungsbrücke in Swakopmund".
Brückenbahn mit dem Behelfsdampfkran auf der Holzpier.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Die hölzerne Pier in 2 Ansichten. Links am Brückenkopf mit den 5 Dampfkränen, rechts mit Portalkran.
Postkarten: Sammlung M.Wollmann.

Auf der Landungsbrücke. Alle Gleise sind belegt, auch auf Reede auf See herrscht Hochbetrieb.
Postkarte: Sammlung M.Wollmann.

Landung in Swakopmund auf der Holzpier. Für Viele begann hier ein neues Leben als Kolonist in Deutsch-Südwest Afrika.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Am Eingang zum Restaurant "Jetty 1905", auf der Stahlpier, wurden Kran-Nachahmungen zur Erinnerung errichtet.

Hier mit Blick aufs Land ist der Portalkran mit dem Verladen von Marmorblöcken beschäftigt.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Mit dem Bau der neuen, geplant 640 Meter langen eisernen Landungsbrücke ab 1911 sollte ein neues Kapitel für den Aufschwung D.S.W.Afrikas
eröffnet werden. In der Zeitschrift "The War Illustrated, 4th September, 1915." sind die Landungsbrücken mit der Bildunterschrift: "The pier, with its two
huge cranes, at Swakopmund. This port is a trading and mission station, and had a population of about five hundred Germans before the war."abgebildet.
Es zeigt die hölzerne Pier mit seinen Dampfkränen und die mit dem Bau der dahinterliegenden stählernen Pier beschäftigten beiden großen Kräne.
Zeitungsausschnitt: Sammlung M.Wollmann.

Die Stahlpier links im Bau, und die Holzpier rechts in Betrieb, aus einer interessanten Perspektive.
Postkarte: Sammlung M.Wollmann.

Mit "Zerschossener 20-To. Kran" wurde dieses Foto betitelt. Es zeigt Holz- und Stahlpier in ihrem wohl letzt betriebenen Stadium.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Auf der Stahlpier. Der Übergang zum noch mit original Eisenunterkonstrukt existierendem hinteren Teil der sanierten Jetty. Dezember 2013.

Dezember 2014.

Landeinwärts auf der Jetty, mit Sicht über die Stadt mit Damaraturm.
Gleich links, nur wenige Meter entfernt, befand sich die erste, hölzerne Landungsbrücke.

"Swakopmund mit der modernen Landungsbrücke mit Gleisanschluß und Drehkran." Die Aufnahme entstand vom Portalkran auf der Holzpier.
Foto: Sammlung M.Wollmann.

Die 1998 noch unrestaurierte Jetty von Swakopmund.

Blick von der unvollendeten Landungsbrücke über den Südstrand zur Mole im Dezember 2013.
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